Die Fassaden der Gemäldegalerie „Alte Meister“, auch Sempergalerie genannt, gestaltete Gottfried Semper im Stil der Neorenaissance.
Ziel der Sanierung war es, die bauzeitliche Farbwirkung der Fassade wieder hervortreten zu lassen.
Die Umbau- und Sanierungsmaßnahmen fanden bei laufendem Museumsbetrieb statt.


Als Referenzfassade diente die Südfassade des Ostflügels: Von einer Hebebühne aus erfolgte die visuelle und akustische (Klangprobe) Erfassung der Schadensbilder nach festgelegten Kriterien. Die Kartierung in die Fassadenansichten basierte auf photogrammetrischer Plangrundlage.
Diese Vorgehensweise kam auf allen weiteren Fassadenbereichen zur Anwendung, wobei die bauteilweise zugeordneten Bewertungen fünf Schädigungs- und drei Schwierigkeitsgrade unterscheiden.
Der Sockelbereich wies irreparable Feuchteschäden auf, verursacht durch das Zusammenspiel des weit ausladenden Sandstein-Sockelgesimses mit den später vorgeblendeten, diffusionshemmenden Sockelplatten aus Lamprophyr. Der dadurch nötige Komplettaustausch ermöglichte zugleich den Einbau von Abdichtung und Wärmedämmung im erdberührten Bereich.


Für die Fassade verwendete man bauzeitlich verschiedene Sandsteinsorten, um eine differenzierte farbliche Wirkung zu erzielen. Diese ursprüngliche Farbstimmung blieb trotz Verschmutzung und Verkrustung auch vor der Sanierung gut erkennbar; nach der Fassadenreinigung und der Entfernung der Krusten trat sie wieder deutlich hervor.
Beim Austausch von Werksteinen kam der Materialwahl eine entscheidende Bedeutung zu. Die heutzutage begrenzte Verfügbarkeit von Elbsandsteinen erforderte eine Anpassung der Gesteinssorten an die aktuellen Gegebenheiten unter Beibehaltung der historischen Konzeption.
Im Rahmen der Zielsetzung standen eine grundhafte Instandsetzung der Fassade bei größtmöglichem Erhalt der Originalsubstanz sowie eine Korrektur mangelhafter Sanierungsmaßnahmen im Vordergrund.
Das Maßnahmekonzept umfasste neben Naturwerkstein- und Klempnerarbeiten auch restauratorische Arbeiten im Bereich des figürlichen Schmucks. Weiterführende Bauteiluntersuchungen und der parallel laufende Fenstertausch waren Teil der Gesamtkoordination im Zuge der Bauüberwachung.
