Die Sanierung des Brunnens erfolgte unter denkmalpflegerischen und technischen Aspekten.
Ziel war die Wiederherstellung des Brunnenkörpers in seinem historischen Erscheinungsbild sowie die Umsetzung des Wasserbildes mit dem ursprünglichen Programmablauf – angepasst an die zeitgemäßen Anforderungen einer Springbrunnenanlage.


Nach dem Hochwasser 2002 war der Brunnen außer Betrieb gesetzt und die Brunnentechnik ausgebaut worden.
Für die Wiederherstellung des Springbrunnens sprach neben denkmalpflegerischen Gründen auch die zunehmende Bedeutung innerstädtischer Wasserflächen für das Mikroklima.

Der 1979 nach Entwürfen des Dresdner Bildhauers Friedrich Kracht errichtete Brunnen steht beispielhaft für die späte Phase der DDR-Kunst.
Zum Krachtbrunnen Ost gehört der symmetrisch gegenüber angeordnete Krachtbrunnen West. Beide Brunnenanlagen sind aus Betonformsteinen in Modulbauweise gefertigt und stehen als Teil der „Sachgesamtheit Neustädter Markt und Hauptstraße“ sowie als Einzeldenkmale unter Denkmalschutz
Deutsche Fotothek, 1979

Der Querschnitt zeigt das neu aufgebaute Innenleben des Brunnens einschließlich Gründung und Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton sowie der darunterliegenden Sauberkeitsschicht für die Lagefixierung der Brunnenleitungen. Im zentralen Bereich der Plastiken blieb die massive Bodenplatte erhalten, an die der neue Schichtaufbau anschließt. Die Erneuerung der Abdichtung erfolgte zweifach in der Ebene des Beckenbodens vor und nach Einbau von Beleuchtung und Wassertechnik. Der abschließende Bodenaufbau mit Terrazzooberfläche dient der Vermeidung optischer Beeinträchtigungen und der Verringerung des Wasservolumens. Die Auslegung der Wassertechnik ermöglicht die Wiederherstellung des ursprünglichen Wasserbildes aus der Entstehungszeit mittels sieben Fontänengruppen.
In diesem Zusammenhang waren die Errichtung eines neuen Schachtbauwerks sowie die Verlegung der Brunnenstube notwendig. Eine Baumgruppe mit raumbildender Wirkung – als Teil der denkmalgeschützten Sachgesamtheit „Neustädter Markt“ – ließ die Inbetriebnahme der alten Brunnentechnik sowie eine Neuverlegung der Brunnenleitungen zum Brunnenbecken nicht zu.

Ein Bauteilkatalog diente zunächst der Erfassung und Zustandsbewertung der einzelnen Betonwerksteinelemente.
Ziel des Restaurierungskonzeptes war die Wiederverwendung möglichst vieler Elemente der Originalsubstanz – so auch der drei zentralen Plastiken. Die geschwungenen Überlaufelemente erhielten lediglich in einem Teil eine Neufertigung, während der veränderte Querschnitt der Radialelemente zur konstruktiven Aufnahme der Abdichtung deren komplette Neuherstellung erforderte.
Detail Überlaufelement, Zustand 2026
