Die ganzjährige Nutzung der Semperoper lässt die Durchführung baulicher Arbeiten zum Werterhalt des denkmalgeschützten Gebäudes im Innenbereich ausschließlich während der sechswöchigen Spielzeitpause in den Sommermonaten zu.
Neben der Hauptnutzung für kulturelle Veranstaltungen, finden in der Semperoper Besucherführungen statt.


Zuschauerraum
Restaurierung
In nur 7 Wochen erfolgte im Sommer 2015 die Restaurierung des gesamten Zuschauerraums der Semperoper zum ersten Mal nach 30 Jahren. Ziel war der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Raumfassung des Wiederaufbaus von 1985.
An Decken, Wänden und Rangbrüstungen erfuhren Stuckelemente und Malereien eine restauratorische Reinigung. Wände, Türen und Geländer erhielten Erneuerungsanstriche, schadhafte Tapetenabschnitte fachgerechten Ersatz. Das Ergebnis ist ein einheitliches Erscheinungsbild im gesamten Raum. Das Parkett blieb so weit wie möglich erhalten; je nach Verschmutzungsgrad um 1 bis 3 mm abgeschliffen, erhielt es abschließend eine Hartwachsöloberfläche. Die Metalloberflächen im Zuschauerraum, die Furniere an Treppenpodesten, Rangbrüstungen und Stühlen sowie sämtliche Stoffbehänge erfuhren eine gründliche Reinigung bzw. holzrestauratorische Überarbeitung. Weiterhin fand eine Reinigung der Zuluftanlage statt.


Zuschauerraum
Restaurierung
Die besondere Herausforderung der Restaurierungsarbeiten lag im kurzen Ausführungszeitraum. Um die umfangreiche Maßnahme organisatorisch zu bewältigen, begann die detaillierte Planung bereits ein Jahr im Voraus. So stand zu Baubeginn ein minutiöser Bauablaufplan bereit, der den parallelen Einsatz von bis zu 13 Gewerken ermöglichte, ohne dass diese sich gegenseitig behinderten.
Die restauratorische Reinigung der Rangbrüstungen und der Decke erforderte mehrere Gerüste vom Parkett bis zur Decke. Um Baufreiheit zu schaffen, mussten zunächst alle 1.232 Stühle ausgebaut werden. Anschließend begann der Gerüstaufbau, der parallel zu den Parkettschleifarbeiten stattfand. Um ein gleichzeitiges Arbeiten zu ermöglichen, war ein ständiges Anpassen und Umsetzen der Gerüste in Abstimmung mit Restauratoren und Parkettlegern notwendig.


Oberes Rundfoyer
Erneuerung Parkett / Möblierungskonzept
Das Parkett im Oberen Rundfoyer war durch jahrzehntelangen Gebrauch einer gastronomischen Möblierung stark abgenutzt und musste erneuert werden. Um eine hochwertige Ausführung für das diagonal verlegte Tafel-Parkett (Kassettenboden) analog des Bestandes sicherzustellen, sollten die Bieterfirmen zusätzlich zum Angebot ein für die Vergabe ausschlaggebendes Musterstück abgeben. Die Bewertung der Musterqualität erfolgte gemeinsam mit der Denkmalbehörde anhand eines detailliert aufgestellten Kriterienkataloges.
Die Ausführung der Bauleistung beinhaltete aufwändige Begleitarbeiten. Zur Vermeidung von Schäden an der Raumfassung verlangten alle Arbeitsschritte eine restauratorische Betreuung. Die vor- und nachbereitenden Arbeiten, die anschließende Neuverlegung des Parketts sowie damit verbundene Tischler- und Metallbauarbeiten mussten aufgrund der Spielzeitpause innerhalb eines engen Zeitplans durchgeführt werden. Eine Musterachse diente im Vorfeld als Referenz zur logistischen Optimierung des Bauablaufs.


Oberes Rundfoyer
Erneuerung Parkett / Möblierungskonzept
Ein ergänzendes Möblierungskonzept sieht vor, das Obere Rundfoyer als Wandelhalle freizuhalten und die Stehtische sowie Tresen in die angrenzenden Seitenvestibüle zu verlagern. Die Tresen fügen sich dabei in Form und Materialität möglichst unauffällig in den prunkvollen Raum ein und verleihen der Möblierung auf allen Ebenen ein einheitliches Erscheinungsbild. Eine Deckplatte aus schwarzem Naturstein und eine Messingblende als Fuß orientieren sich an den bereits vorhandenen Materialien. Als neues Element tritt ein abgerundeter Korpus aus Mineralwerkstoff in Erscheinung.
Passend dazu ergänzen runde Stehtische mit Messingfuß und schwarzer Marmorplatte das Ensemble als flexible Gastronomiemöblierung.
Die Umsetzung des Möblierungskonzeptes steht noch aus.


Champagnerzimmer
Restaurierung / Aufstellung Stelen
Das unter dem Theaterplatz liegende Champagnerzimmer, dessen Name vermutlich von der Lagerung edler Getränke wie Sekt, Wein und eben Champagner herrührt, erhielt nach der Feuchtesanierung 2020 eine Neugestaltung mit öffentlicher Zugänglichkeit. Die Aufstellung von Stelen berühmter Dirigenten und Sängerinnen der Semperoper verleihen ihm eine neue Qualität als Ausstellungsraum.
Wand- und Deckenflächen entstanden als vorgesetzte Rabitzkonstruktionen; die wiederhergestellte Decke mit Stuckleistengliederung trägt den historischen Kronleuchter. Die Wandflächen sind in Glatt- und Strukturputz unterteilt, die Farbgebung folgt dabei dem Gesamtkonzept der Semperoper. Indirekte Beleuchtung, eine gestaltete Gittertür sowie Infotafel und Infostele ergänzen das Ensemble.


Orchesterproberaum
Instandsetzung & Akustikmaßnahmen
Als Hauptnutzer bespielt die Staatskapelle den rund 250 m² großen Raum mit bis zu 150 Personen. 40 Jahre nach dem Wiederaufbau bestand Sanierungsbedarf.
Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen fanden als Interimsmaßnahmen statt und ermöglichten eine Weiternutzung des Proberaumes.
In einem ersten Bauabschnitt erfolgte während der Spielzeitpause 2024 die Erneuerung des Parkettbodens sowie der Vorhänge an Fensterseite und bühnenseitiger Längswand.
Die Spielzeitpause 2025 umfasste in einem zweiten Bauabschnitt Instandhaltungsmaßnahmen an den Oberflächen und Einbauten der raumhohen Einbauschränke. Die Tür zum Instrumentenlager samt Leibungsverkleidung erfuhr einen vollständigen Austausch. Darüber hinaus fand die bauliche Vorbereitung für den Einbau eines elektrischen Akustiksystems statt.

