Die Semperoper befindet sich in städtebaulich exponierter Lage inmitten der Dresdner Altstadt zwischen Zwinger und Elbe und begrenzt den Theaterplatz nach Nordwesten.
Bei der Durchführung baulicher Arbeiten im Außenbereich sind Veranstaltungen wie der Semper Opernball oder das Stadtfest frühzeitig in die Planung mit einzubeziehen.


Sämtliche bauliche Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden und erfordern eine detaillierte Beweissicherung im Vorfeld sowie Dokumentation des Bauablaufs und der Ergebnisse.
Seit 2016 finden im denkmalgeschützten Bestand fortlaufend Sanierungsmaßnahmen statt, die Abdichtungsarbeiten im Sockelbereich, die Instandsetzung der Sandsteinfassade sowie die Erneuerung von Türanlagen umfassen. Wiederholt auftretende Feuchteschäden im Kellergeschoss erforderten eine gebäudeumlaufende Trockenlegung und Abdichtung. Bei der Fassadensanierung der zwinger- und elbseitigen Seitenvestibüle handelte es sich vorrangig um Natursteinarbeiten an der Fassade, ergänzt durch restauratorische Arbeiten an 24 Sandsteinfiguren. Turnusmäßige Fassaden-kontrollen dienen seither der systematischen Schadenserfassung und der Ableitung des jeweiligen Instandsetzungsbedarfs.
Die Türanlagen an der Nordseite waren aufgrund von deutlichem Verschleiß zu ersetzen. Die neuen zweiflügeligen Eingangstüren mit Rahmen und Füllungskonstruktion entsprechen in Farbigkeit und Profilierung den Bestandstüren und erfüllen hinsichtlich Sicherheits- und Beschlagtechnik zeitgemäße Anforderungen.

Freitreppe Theaterplatz und Bühnenhaus
Abdichtung
Feuchteschäden der theaterplatzseitigen Außenwände im Kellergeschoss erforderten die Trockenlegung und Außenabdichtung der Freitreppe zum Theaterplatz sowie die Sanierung und Abdichtung des unter der Platzoberfläche liegenden Champagnerzimmers. Die Maßnahme beinhaltete den vollständigen Rückbau der Treppenanlage mit Podestfläche sowie die Freilegung und Abdichtung der Kelleraußenwand bis zu 5 m unter Oberkante Gelände.
Entlang der Außenwände des Bühnenhauses stellte man zwinger- und elbseitig im Kellergeschoss Feuchtigkeit durch eindringendes Niederschlagswasser fest. Die Erneuerung der Abdichtung von außen bedeutete den Rückbau der Gebäudehülle im Bereich des Sockels aus Sand-stein sowie der Podeste mit Granitplattenbelag.
Bühnenhaus, Bauphase 2025


Freitreppe Theaterplatz und Bühnenhaus
Sanierung
Zur Herstellung einer umlaufenden Abdichtung entlang des Operngebäudes kappte und verschloss man die Verbindung zu dem an das Champagnerzimmer anschließenden unterirdischen Gang reversibel.
Im Innenbereich beseitigte man die Auswirkungen der Feuchteschäden an den Innenflächen der Außenwände teils durch Entsalzungsmaßnahmen, teils durch Putzaustausch.
Im Außenbereich erfolgte die Wiederherstellung der Freitreppe analog des denkmalgeschützten Bestandes.


Gesamtkonzept Barrierefreiheit
Bei der Wiederherstellung der Platzoberfläche integrierte die Planung zwingerseitig eine neue Rampe analog der vorhandenen elbseitigen Rampe in die Freitreppe, um die beidseitige barrierefreie Erschließung zu ermöglichen. Die zugehörigen Rufanlagen fanden unauffällig in vertikalen Fugen der bossierten Fassadensteine ihren Platz.


Bühnenhaus
Abdichtungsarbeiten zwinger- und elbseitig
Die nach Abschluss der Abdichtungsarbeiten eingesetzten neuen Werksteine aus Postaer Sandstein entsprechen der Profilierung und Oberflächenbeschaffenheit des Bestandes.


Balustrade Dachbereich
Instandsetzung
Die turnusmäßige Fassadenkontrolle stellte 2023 an der Balustrade im Dachbereich großflächige Schäden der Kategorie 2 „mittelgeschädigt > Maßnahmen mittelfristig notwendig“ fest.
Auf Grundlage dieser Bewertung erfolgte nach über 30-jähriger Standzeit die Instandsetzung der Balustrade.
Bestandteil der Maßnahme waren umfangreiche Sicherungsmaßnahmen an den Postamenten sowie der Balustradenabdeckung. Diese beinhalten die Neufertigung beziehungsweise Instandsetzung der Natursteinelemente und Klempnerarbeiten, einschließlich des Anschlusses an die Dachabdichtung.

