Wohnbebauung Dresden-Tolkewitz

Für die Teilfläche eines Gärtnereistandortes in Dresden-Tolkewitz wurde ein Bebauungskonzept in mehreren Varianten entwickelt. Städtebaulich wurde jeweils mit einer offenen Bauweise auf die in der Umgebung vorherrschende Bebauung reagiert.

VorhabenNeubau in Passivhausstandard
Bauherrprivat
Kennwert2.900 m² Wohnfläche | 32 Wohneinheiten
Zeitraum2013
LeistungsumfangBebauungskonzept

Variante I

In der zunächst favorisierten Variante bilden Baukörper mit „kristallinen“ Formen einen spannungsvollen Kontrast zur Geradlinigkeit in der Umgebung. Ein goldfarbenes Spiralgewebe als vorgehängte Fassade unterstützt diesen optischen Eindruck des sogenannten “Kristalls”.

Durch die jeweils spiegelbildliche Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück entstehen wechselseitig unterschiedliche Räume zwischen offenem Stadtraum und individueller Privatsphäre. Die straßenseitigen Rücksprünge der Volumenkörper im Erdgeschoss betonen die Eingangsbereiche und bilden mit der benachbarten Bebauung eine einheitliche Bauflucht.

Ebenerdig liegende Wohnungen verfügen über einen privaten Gartenbereich, in den drei Obergeschossen ist jeder Wohnung eine Loggia mit Blick ins Grüne zugeordnet. Großzügige über die Fassade verteilte Fensteröffnungen gestalten die Beziehung von innen nach außen fließend.

Variante II

Im Kontrast dazu stehen die rechteckigen Baukörper der zweiten Variante “Loft”, die in Analogie zu den Dresdner Würfelhäusern stehen, und eine gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss erhalten. Gestalterisch orientieren sich die Fassaden am benachbarten Straßenbahnhof Tolkewitz und es werden Materialien im Industriecharakter wie Ziegelmauerwerk, Stahlrahmenfenster und vorgehängte Stahlkonstruktionen für die Balkone verwendet.

Die in den 4 Obergeschossen geplanten Wohnungen zeigen den gewünschten Loft-Charakter in einer klaren Grundriss-Struktur, die variable Aufteilungsmöglichkeiten und dem Bedarf entsprechend angepasste Wohn- und Verkehrsflächen bietet. Fixpunkt und Zentrum der Loft-Wohnungen ist dabei der großzügige, offene Wohn- und Essbereich.

In beiden Bebauungsvarianten werden die Gebäude durch den Einbau von Aufzügen auf allen Ebenen barrierefrei erreichbar. Die Wohnungen sind ebenfalls zum überwiegenden Teil barrierefrei geplant und haben ausreichende Bewegungsflächen, um die Anforderungen an behinderten- und altengerechtes Wohnen zu erfüllen. Zum Wohnkonzept gehören familiengerechte 4-Raumwohnungen als Maisonette genauso wie barrierefreie 2-Raumwohnungen. Diese Durchmischung unterschiedlicher Wohnungsgrößen und Wohnformen ermöglicht generationenübergreifendes Zusammenleben.

Die kompakten Gebäudeformen beider Varianten ermöglichen viel Nutzfläche bei wenig Hüllfläche. So werden die Wärmeverluste zunächst geometrisch reduziert und durch die hochisolierende Ausführung der Gebäudehülle minimiert.

Weitere Maßnahmen zum Erreichen des Passivhausstandards sind die Maximierung der Wärmegewinne durch optimale Ausrichtung der Wohnungen nach Süden, den Einbau einer kontrollierten Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und die Installation einer Thermischen Solar- und Photovoltaikanlage auf der Dachfläche.

Zur Ressourcenschonung sind die Aufbereitung des Regenwassers für die Wassernutzung, eine allgemeine Beleuchtung mit LED und die Vorverkabelung der Tiefgaragen-Stellplätze für Elektroladestationen geplant.