„Schönes Tor“
Umsetzung und Restaurierung
„…weitaus die edelste Portalcomposition der ganzen deutschen Renaissance“
Wilhelm Lübke: Geschichte der deutschen Renaissance, Stuttgart 1872
Nach umfangreichen Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen präsentiert sich das fertiggestellte Portal seit August 2009 erstmals öffentlich zugänglich am Originalstandort im Dresdner Schlosshof.


„Schönes Tor“
Umsetzung und Restaurierung
Das Portal der ehemaligen Schlosskapelle ist ein Kunstwerk der Renaissance von europäischem Rang.
Nach Auflösung der Schlosskapelle begann mit seinem Abbau im Jahr 1738 eine Odyssee des Portals über die Sophienkirche und den Großen Garten, bis es 1872 ans Johanneum kam.
Dort befand sich das „Schöne Tor“ aus Cottaer Sandstein zuletzt in desolatem Zustand bis zu seinem Abbau und Beginn der Restaurierungsarbeiten im Jahr 2004.
Der Wiederaufbau im Schlosshof begann 2007 im Zuge von archäologischen Grabungen vor der Schlosskapelle.
Zustand um 1900 am Johanneum

„Schönes Tor“
Umsetzung und Restaurierung
Schwerpunkt und Grundlage der restauratorischen Arbeiten bildete die substanzschonende Entfernung der Ölfarbschichten des Portals als Grundlage für alle weiteren Schritte. In den besonders empfindlichen und feinplastischen Bereichen wie dem Ornamentschmuck des Türrahmens entfernte man die Ölfarbschichten mit dem Nd:YAG-Laser.
Diesen Arbeiten gingen umfangreiche Variantenuntersuchungen über die Art der Aufstellung voran.
Die Entscheidung fiel auf den Originalstandort ohne Schutzbauwerk mit Aufsatzfiguren.
Zustand 2020 im Großen Schlosshof

„Schönes Tor“
Umsetzung und Restaurierung
Die Aufstellung des Tores am Originalstandort ohne Schutzbauwerk bedeutete die Herstellung von Kopien besonders gefährdeter Werksteine (Türbogen und Mittelrelief) sowie die Neufertigung fehlender Figuren (Aufsatzfiguren der Attika) nach Modellvorlage. Der Anteil an Originalsubstanz überwiegt jedoch. Insbesondere die Nischenfiguren sind noch die originalen Renaissance-Figuren aus dem 16. Jahrhundert.
Die nicht verwendeten Originalteile – auch die fast 460 Jahre alte geschnitzte Holztür – sind für eine museale Präsentation vorgesehen.

Wandbrunnen
Umsetzung und Restaurierung
Die Aufstellung des ehemals vor dem Ostflügel befindlichen Wandbrunnens am Originalstandort fand im Zusammenhang mit der Wiederherstellung der Freianlagen im Großen Schlosshof statt.
Auftraggeber
Freistaat Sachsen, SIB NL DD 1
Leistungszeitraum
2017 – 2020
Leistungsumfang
Lph 1 – 8


Wandbrunnen
Umsetzung und Restaurierung
Der im Jahr 1786 gefertigte Sandsteintrog bestand aus einem Stück (Monolith).
Bei den Bombenangriffen auf Dresden 1945 war der Brunnen in großen Teilen erhalten geblieben, verfiel jedoch in den darauffolgenden Jahren zusehends.
Der Beginn des Wiederaufbaus des Schlosses in den 1980-er Jahren bedeutete zunächst den Abbau des Brunnens. Die Speierplatte konnte man dabei getrennt einlagern. Der Brunnentrog war offensichtlich zu schwer für den Abtransport und man vergrub ihn nach mündlicher Überlieferung im Schlosshof.
Bei seiner Bergung aus dem Erdreich in jüngerer Vergangenheit brach nahezu die komplette Vorderfront heraus.
Die Umsetzung des 12 Tonnen schweren Brunnentroges an seinen ursprünglichen Standort fand im Jahr 2019 statt.
Zustand 1914

Wandbrunnen
Umsetzung und Restaurierung
Ziel der Restaurierung war der Erhalt sowie die Wiederverwendung von möglichst viel Originalsubstanz.
Nach dem Aneinanderfügen und Einpassen der geborgenen Bruchstücke der Vorderfront erfolgte die Ergänzung schadhafter Stellen mit Neuteilen (Vierungen).
Die schlangenartigen Wasserspeier der über dem Trog befindlichen Speierplatte waren nur noch in Fragmenten vorhanden. Die bildhauerische Nachmodellierung geschah in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz unter Berücksichtigung wassertechnischer Anforderungen.
Für die volle Funktionsfähigkeit als Wandbrunnen erhielt der Trog eine Bleiauskleidung und eine Gitterrostabdeckung.
