Der Rathausbau setzt als neues Stadtfeld mit qualitätvollen Innen- und Außenräumen einen städtebaulichen Akzent und eröffnet Raum für die zukunftsorientierte Entwicklung Bakums.
Der Entwurf besteht aus zwei Gebäuden: einem eingeschossigen Hallenhaus mit den beiden Ratssälen und einem mehrgeschossigen Langhaus als Verwaltungsgebäude, verbunden durch einen gläsernen Übergang vom Foyer.
Alle Funktionsbereiche sind im Hauptgebäude untergebracht, damit der große Raum im Hallenhaus für sich wirkt. Eine mobile Trennwand verwandelt ihn bei Bedarf in Rats- und Sitzungssaal und ermöglicht vielseitige Nutzungen für kulturelle Veranstaltungen.

Die Anordnung der Gebäude schafft zwei Stadträume unterschiedlichen Charakters: Zwischen ihnen liegt der Rathausvorplatz, von dem sich der Haupteingang großzügig als offener Raum für die Bürger öffnet und die repräsentativen Bereiche belebt.
Von der Kirchstraße aus erschließt ein mehrfach nutzbarer Fest-/Parkplatz Rathaus und Friedhof mit dem Fahrzeug.
Die Plätze erhalten städtischen Charakter mit überwiegend befestigten, unterschiedlich strukturierten Pflasterbändern. Massivblöcke, Hochbeete und eine Wasserfläche mit Sitzbänken schaffen Aufenthaltsqualität.
Zwei Solitär-Silberlinden (‚Brabant‘, bis 25 m, honigtaufrei) markieren die Zugänge; eine Allee kleinerer Bäume schafft Abstand zwischen Parkplatz und Friedhof.

Das neue Rathaus Bakum ist ein eigenständiges Ensemble aus zwei Gebäuden, das im Dialog mit dem historischen Stadtkern steht und sich mit Satteldächern in die kleinteilige Bebauung einfügt. Der Entwurf wertet die wenig repräsentative Lage zwischen Privathaus und Friedhof auf und schafft einen angemessenen Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.
Statt straßenbegleitender Bebauung stehen zwei um 20° verdrehte Baukörper – Hallenhaus und Langhaus – nebeneinander, deren Giebel sich selbstbewusst zum Ortskern zeigen. Das größere Verwaltungsgebäude entlang der Nordseite schließt zum Friedhof ab; das kleinere, über einen Verbindungsbau erschlossene Ratsgebäude betont durch die Funktionstrennung die Repräsentanz des Ratsbereichs und die Ausrichtung zum Ortskern.

Die Höhe des Erdgeschosses orientiert sich am ansteigenden Gelände im südlichen Grundstücksbereich. Der niveaugleiche Vorplatz liegt erhöht zur Schulstraße und definiert über Stufen einen besonderen Stadtraum; eine leicht geneigte Fläche (3–4%) am südlichen Platzrand sichert die barrierefreie Erschließung.
Im Erdgeschoss liegen Foyer mit Ausstellungs- und Wartebereich, Ratssäle, Information, Bürgeramt und Polizeistation. Die offene, transparente Gestaltung macht das Gebäude zum bürgernahen Verwaltungs- und Veranstaltungsort, nutzbar auch außerhalb der Öffnungszeiten und unabhängig von den übrigen Geschossen.

In der Materialität greift der Entwurf den regionaltypischen Klinker der Umgebung auf: Die Fassaden bestehen aus hellgrauen bis weißlichen Handform-Verblendern mit Schlemm-Putz, deren geschossweiser Versatz von 5 cm an das Fachwerkhaus erinnert und monolithisch wirkt.
Die Nutzungen sind fassadenseitig klar ablesbar – großzügige Verglasungen im Erdgeschoss verbinden Foyer, Ratssaal und Stadtraum, markant ergänzt durch das Panoramafenster des Ratssaals.
Innen erscheint das Ratsgebäude in heller, akustisch wirksamer Holzkonstruktion. Die lokal tradierten Materialien schaffen eine langlebige, wartungsarme Außenhaut, die sich in den Kontext einfügt.
