Der Neubau eines gläsernen Verbindungs- und Erschließungsbaus präsentiert sich als Sicherheitseingang mit zentraler Pforte zwischen zwei denkmalgeschützten Gebäuden und barrierefreier Höhenvermittlung.
Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Bestand trugen zur Verbesserung des Brand-, Einbruch-, Schall- und Wärmeschutzes bei.


Der Verbindungsbau erfüllt die Anforderungen an einen zentralen Sicherheitseingang für beide Gebäude und optimiert zugleich als neuer Haupteingang des Amtsgerichts die Erschließung beider Gerichtsgebäude. Seine markante Architektur zeichnet ihn für Besucher als unmittelbar erkennbaren Anlaufpunkt aus.
Das auskragende Vordach aus Stahlgitterrost übernimmt zugleich die Funktion eines Sonnenschutzes. Darunter setzt eine aus einem Stück gefertigte Granitstele mit Wappen, Beschriftung und Nachtbriefkasten den repräsentativen Abschluss in Verlängerung der massiven Außenwand.

Der gläserne Neubau bündelt drei Wegeführungen: Er leitet vom Vorplatz zum zentralen Haupteingang, verteilt von dort in beide Gerichtsgebäude und verbindet diese untereinander.
Dabei überwindet er die drei unterschiedlichen Höhenniveaus – Außengelände, Haus A und B – barrierefrei über eine Rampe und einen gläsernen Lift.
Witterungsgeschützt vereint der Verbindungsbau Wache, Sicherheitskontrolle und Poststelle an einem zentralen Punkt und erfüllt damit die erhöhten Sicherheitsanforderungen an Gerichtsgebäude.

Innenraumperspektiven dienten im Vorfeld zur Untersuchung des Raumeindruckes, der mit den unterschiedlichen Fußbodenhöhen und der Anordnung der geforderten Funktionen innerhalb der vorgegebenen Grundfläche entstehen würde.
Eine reduzierte Materialität erleichtert die Orientierung sowohl in der horizontalen Wegeführung als auch in der Überwindung der Höhenunterschiede.

Die gestalterische Klarheit des Baukörpers setzt sich in der Materialwahl im Innenraum fort, die von Sichtbetonoberflächen an Decke, Wand und Stützen sowie geschliffenem Gussasphalt als Fußbodenbelag geprägt ist.

Der schlichte Verbindungsriegel orientiert sich an den Außenkanten der Bestandsgebäude und fügt sich mit seiner filigranen Stahl-Glas-Konstruktion und Sichtbetonoberflächen in die städtebauliche Situation des Kamenzer Amtsgerichts ein.
