Residenzschloss Dresden, „Schönes Tor“

“…weitaus die edelste Portalcomposition der ganzen deutschen Renaissance”
Wilhelm Lübke: Geschichte der deutschen Renaissance, Stuttgart 1872.

VorhabenUmsetzung und Restaurierung
BauherrFreistaat Sachsen, SIB NL Dresden 1
Kennwert5,5 m x 9,5 m x 1,0 m
Zeitraum2003 - 2009
LeistungsumfangLPh 1-8

Das Projekt im Detail

Das Portal der ehemaligen Schlosskapelle ist ein Kunstwerk der Renaissance von europäischem Rang. Nach Auflösung der Schlosskapelle begann mit dem Abbau des Portals im Jahr 1738 eine Odyssee über die Sophienkirche, den Großen Garten, bis schließlich zum Johanneum.  Dort befand sich das „Schöne Tor“ aus Cottaer Sandstein zuletzt in desolatem Zustand und wurde 2004 abgebaut und restauriert.

Schwerpunkt und Grundlage für alle weiteren Schritte bildete die substanzschonende Entfernung der Ölfarbschichten. In den besonders empfindlichen und feinplastischen Bereichen wie dem Ornamentschmuck des Türrahmens wurden die Ölfarbschichten mit dem Nd:YAG-Laser entfernt. Diesen Arbeiten gingen umfangreiche Variantenuntersuchungen über die Art der Aufstellung voran. Ausgewählt wurde die Variante am Originalstandort ohne Schutzbauwerk mit Aufsatzfiguren. Dabei mussten besonders gefährdete Werksteine als Kopie (Türbogen und Mittelrelief) und fehlende Figuren (Aufsatzfiguren der Attika) nach Modellvorlage neu gefertigt werden. Der Anteil an Originalsubstanz überwiegt jedoch. So sind insbesondere die Nischenfiguren, bis auf Johannes den Evangelisten, noch die originalen Renaissance-Figuren aus dem 16. Jahrhundert.

Johannes der Evangelist wurde bereits im Jahr 1738 durch Thomae neu geschaffen. Die nicht verwendeten Originalteile – auch die fast 460 Jahre alte geschnitzte Holztür – sind für eine museale Präsentation vorgesehen. Der Wiederaufbau begann 2007 mit archäologischen Grabungen vor der Schlosskapelle. Der Öffentlichkeit erstmals zugänglich präsentierte sich das fertiggestellte Portal anlässlich der Schlössertour im August 2009.