Die notwendigen bautechnischen Maßnahmen an der sanierungsbedürftigen Gebäudehülle erfolgten in Kombination mit der Rekonstruktion der Fassaden in der Fassung des Umbaus von 1872-1876 (im Stil der Neorenaissance).


Neben ausführlicher Archivrecherche fanden umfangreiche Voruntersuchungen zu den historischen Materialien und Farbfassungen der Fassaden statt. Eine Befahrung diente der visuellen Erfassung der Oberflächen und Bestimmung der Materialien sowie Aufnahme von Hohlstellen mittels Klangproben.
Die Kartierung der gewonnenen Erkenntnisse erfolgte auf photogrammetrischer Plangrundlage.
Anschließend fand ein differenzierter Abwägungsprozess zwischen dem Zerstörungsgrad eines Bauteils, seinem baugeschichtlichen Zeugniswert, konstruktiven Erfordernissen und wirtschaftlichen Überlegungen statt.
Bauphysikalische Untersuchungen des Sockelmauerwerks führten dazu, den gesamten Sockel des Bauwerks aufzunehmen und grundhaft abzudichten.

Die Sanierungsmaßnahmen umfassten den vollständigen Austausch sämtlicher Fenster und Außentüren, deren Rekonstruktion anhand historischer Fotovorlagen sowie Anpassung an die heutigen energetischen und sicherheitstechnischen Anforderungen.

Die Englische Treppe war trotz vorangegangener Sanierungsmaßnahmen in desolatem Zustand. Eindringendes Niederschlagswasser und schlechte Durchlüftung hatten zu irreparablen Schäden an der Deckenkonstruktion geführt.
Das bedeutete den kompletten Neuaufbau der Konstruktion bis auf die Außenwände und Sanierung nach bauphysikalischen Gesichtspunkten.
Die neue Konzeption und Gestaltung der Besuchertoiletten im Inneren ergänzen die Maßnahme.
Den Abschluss der Arbeiten bildete der Wiedereinbau des Gittertors zum Jüdenhof im Jahr 2012.
Bauphase 2011 und nach Fertigstellung 2020
